Harald Hronek
Gemeindereporter
Stadtmusik Feldkirch lud zur vorweihnachtlichen Besinnung in den Dom
ein.
(amp) Die fröstelnden Temperaturen im Feldkircher Dom sind alles andere als
konzertfreundlich als Jennifer Scheriau den Taktstock zur musikalischen
Besinnungsstunde für ihre Jungmusikanten erhebt. Mit „Tochter Zion“, „Christmas
Tree“ und „Fröhliche Weihnacht“ überbringen die Jungmusici – unterstützt von
einigen „Großen“ – bereits eine „herzerwärmende“ Botschaft. In der Folge stimmt
Kapellmeister Peter Efferl mit seiner Stadtmusik gekonnt mit ein. Das „O come
Immanuel“ gibt den Stadtmusikern Gelegenheit, ihre Stimmung den
Temperaturen anzupassen. Efferl zieht bei seinem bestens vorbereiteten
Orchester geschickt die ausgewogenen Stimmregister und alle möglichen
dynamischen Fäden, um mit dem „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical Elisabeth
und dem traditionellen „Andachtsjodler“ das Stimmungssentiment-Barometer auf
den Höhepunkt ansteigen zu lassen. Zum „Herbei oh ihr Gläubigen“ und
„Gabrielas Sang“, der Titelmelodie aus dem schwedischen Spielfilm „Wie im
Himmel“ holt sich Efferl mit Astrid Zylla eine mehr als nur wandelfähige
Gesangsstimme dazu.
Zwischen Klassik und Soul
Sängerin Astrid Zylla zeigt zunächst einmal in der Klassik-Version zum „Herbei
oh ihr Gläubigen“ absolut profunde Gesangstechnik, um dann fachübergreifend
in einer Soul-Version sich auch im neuen Genre perfekt zu bewegen. „Gabrielas
Sang“ berührt durch die Stimme und den Text gleichermaßen. Zyllas
Stimmfeeling bei ihrer Textversion mit „Herr, ich weiß nicht, wo du bist bei
Unrecht und Gefahr“ geht buchstäblich unter die Haut. Efferl hält dabei seine
Stadtmusik kompakt, mit dezenter Zurückhaltung im Begleitpart, und im Kontext
von Stimme und Orchester entsteht ein „himmlischer“ Gesang, ganz nach der
Filmversion.
Mit der Harfinistin Hanna Lackinger bringt sich eine zusätzliche instrumentale
Bereicherung in das Programm ein. Ihre Krumpholtz-Variationen wirken schlicht
und transparent. Dompfarrer Rudolf Bischof setzt zum Musikalischen sein
literarisches Pendant, und als zum Schluss die Musikanten den Besuchern „Ein
Päckchen Zeit“ wünschen und Weihnachtsbäckereien verteilten, bricht die Kälte
im Dom vollends.